KONTAKTY

Brief Ihrer kath. Pfarrgemeinde Otterstadt

Nr. 76 Ostern 2011

 

Auferstehung
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Liebe Gemeinde !

Sie kennen das: nach einer langen Wanderung - man ist müde, erschöpft, verschwitzt und die Füße tun weh. Wie wohltuend ist da am Abend eine Dusche oder ein erfrischendes Bad. Man fühlt sich wie neu geboren, wie ein neuer Mensch.

Wir können an und durch Ostern neue Menschen werden. Menschen, die nicht mehr belastet sind durch unwegsame Wanderungen in diesem Erdental und durch das Schicksal eines ewigen Todes gezeichnet. Das Ziel unserer irdischen Lebenswanderung ist und bleibt das ewige Leben unserer Seele in Gott. In vielen Bildern drücken das die biblischen Texte der Osternacht aus. Etwa der Zug des Volkes Israel durch die Abgründe des Roten Meeres hinein, in das gelobte Land (vgl. Ex 14,15-15,1). Die Sklaverei in Ägypten hat ein Ende und es beginnt ein Leben in Freiheit. Oder: die Lesung aus dem Römerbrief, in der der Apostel Paulus uns an das erfrischende Bad unserer einstigen Taufe erinnert: „Wir alle, die wir auf Jesus Christus getauft wurden, (…) sollen als neue Menschen leben“ (vgl. Röm 6, 3-11).

Ja, wir sind neue Menschen, wenn wir uns in der Feier der Osternacht bei der Tauferneuerung daran erinnern und uns von Jesus Christus mitnehmen lassen auf dem Weg zum österlichen Leben.

Wir sind doch bereits hineingetaucht in das Wasser des Lebens, was wollen wir mehr? Wir können nicht mehr „mehr“ wollen oder erwarten. Wir müssen aber versuchen, aus diesem Bewusstsein der Erlösung vom ewigen Tod zu leben.

Wie kann das gehen, wird mancher jetzt denken?

Wenn wir uns bemühen auf das Gute unserer Mitmenschen zu schauen, statt immer nur auf das Schlechte, die Fehler und die Eigenarten. Wenn wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Kraft und der Wille zum Leben immer stärker ist als das, was uns Angst macht – selbst in schweren Lebenslagen. Wenn wir aushalten in der Dunkelheit des Lebens weil wir wissen, dass am Ende jeder Dunkelheit das Licht des Lebens auf uns wartet: Jesus Christus, der auferstandene Herr, der zu uns sagt: Fürchte dich nicht! Ich will, dass du das Leben hast und es in Fülle hast (vgl. Joh 10,10).

Die Kraft zu diesem Glauben wünsche ich Ihnen allen zum Osterfest,

Ihr Th. Buchert, Pfr.

 

Brauch des „Klepperns“

Am Gründonnerstag wird die Messe zum Gedächtnis des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern feierlich gestaltet. Zum Gloria läuten die Glocken und die Messdiener schellen mit den Altarschellen. Vom Gloria der Abendmahlsmesse bis zum Gloria der Osternacht schweigen die Glocken, die Altarschellen und die Orgel. Der Volksmund sagt: „ Die Glocken fliegen nach Rom, um das „Gedelsach“ für die Kinder zu holen.“

Kleppern und Ratschen

Die Altarschellen werden durch Holzklappern ersetzt, damit auch ohne Schellen die wichtigsten Augenblicke des Gottesdienstes akustisch hervorgehoben werden können. Die Gemeinde und der Kirchenchor singen wegen des Trauer- und Bußcharakters der Kartage ohne Orgelbegleitung.

Das tägliche dreimalige Angelusläuten (von lat. Angelus = Engel) zum Beten des „Engel- des- Herrn“- Gebetes wird durch die Messdiener mit ihrem Klappern und Ratschen ersetzt.

 

Text des Gebetes „Der Engel des Herrn“:

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,

und sie empfing vom Heiligen Geist.

Gegrüßet seist du, Maria...

Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn;

mir geschehe nach deinem Wort.

Gegrüßet seist du, Maria...

Und das Wort ist Fleich geworden

und hat unter uns gewohnt.

Gegrüßet seist du, Maria...

Bitte für uns, heilige Gottesmutter,

auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Die Messdiener ziehen in Otterstadt am Karfreitag um 6, 12, und 18 Uhr sowie am Karsamstag um 6 Uhr in zwei Gruppen durch die Straßen unseres Dorfes und erinnern mit dem Spruch: „ Wir verkünden das Ave Maria gratia plena“, der in bestimmten Abständen das Kleppern unterbricht, an das Angelusgebet. Gleichzeitig zeigen die Messdiener der Bevölkerung die Uhrzeit an.

Am Morgen des Karsamstags sammeln die Messdiener dann die Ostergaben ein, als Lohn für ihren Dienst das ganze Jahr über und insbesondere auch für den „Klepperdienst“ an den Kartagen. Dabei lautet der Spruch: „Wir haben das Licht und das Kreuz getragen, wir haben geleitet die Toten zum Grabe, wir haben getan unseren Dienst ohne Klage, drum bitten wir um eine Ostergabe.“

Als katholische Kultusgemeinde sollten wir dankbar sein, dass sich die Tradition des „Klepperns“ auch in unserer Zeit erhalten hat und dass es nach wie vor durch die Messdiener durchgeführt wird, als ein wichtiger Aspekt der Glaubensverkündigung durch Laien.

Frank Berthold, Stefanie und Markus Katz

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Das Kleppern, andernorts auch Ratschen oder Retschen genannt, ist ein weit verbreitetes Brauchtum für die Kartage.

Auch zum Osterfest gibt es eine Reihe von Symbolen und Bräuchen:

Brauchtum um Ostern

Ostern; die Bedeutung des Wortes.

Woher der Name Ostern kommt ist nicht genau bekannt. Das Wort scheint auf Osten hinzudeuten, eine mögliche Erklärung, da die aufgehende Sonne den auferstandenen Christus symbolisiert. Allerdings ist eine weitere Erklärung für die Herkunft des Wortes Ostern, dass das Wort Ostern mit Taufe zusammenhängt. „Ausa“ heißt im Nordgermanischen „schöpfen, gießen“. Die Namensnennung wurde als „vatniausa“ bezeichnet, was soviel heißt wie „mit Wasser begießen“. Die Pluralform des Wortes „Ostern“ erklärt sich aus dem dreimaligen Begießen des Täuflings.

Das Osterei

Für die ersten christlichen Jahrhunderte läßt sich das Osterei für die armenische Kirche nachweisen. Bemalt wird es seit Jahrhunderten, bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die vorherrschende Farbe Rot, die damals wertvollste Farbe, die zugleich auf das Blut Jesu hinweist. Andere Farben, Rauten und verschiedene Muster haben sich entwickelt. Eier wurden auch ausgeblasen und mit Hilfe eines Stäbchens schob man Ostergrüße in das Ei. Das Ei hat natürlich mit dem Frühling zu tun. Die Hühner legen viele Eier. So lange in der Fastenzeit Eier als Speise verboten waren, gab es an Ostern einfach viele Eier, die auch als Pachtzins dienten. Eine zeitlang wurde die Pacht für Grund und Boden in Form von Eiern gezahlt.

Osterlamm

In vielen Kirchen, vor allem in Süddeutschland, wird an Ostern ein Lamm auf den Altar oder in den Chorraum gestellt. Eine Fahne weist auf den Sieg des Lammes hin, dass den Tod überwunden hat. Das Lamm steht für Christus. Johannes der Täufer weist auf Jesus mit den Worten hin: „Seht, dass Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt“ (Joh 1,29). Mit diesem Satz werden die Gläubigen in jeder Messe zum Empfang der Kommunion eingeladen. Im gleichen Johannesevangelium wird das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern in zeitlichen Zusammenhang mit der Schlachtung der Lämmer für das Paschafest gesetzt.

Der Osterhase

Erste Belege für den Osterhasen stammen aus dem Jahre 1678 von Georg Franck aus Franckenau, einem Medizinprofessor aus Heidelberg. Der Hase kommt im Frühjahr auch vermehrt zur Futtersuche in die Dörfer und Gärten. Und aufgrund seines Verhaltens, sich in der Nähe von Menschen aufzuhalten, wurde ihm vermutlich das Ablegen der Ostereier angedichtet. In der byzantinischen Überlieferung gilt der Hase deshalb als Symbol der Auferstehung, weil es von ihm heißt, dass er beim Schlafen die Augenlider nicht schließt. Da der Schlaf schon als eine Vorstufe des Todes empfunden wurde, deuten die offenen Augen darauf hin, dass der Schlafende ins Leben zurückkehren wird.

Osterritt

Zu Ostern ziehen im Sorbenland Reiter durch die Oberlausitz, um nicht nur Frohe Ostern zu wünschen, sondern die Botschaft der Auferstehung auszurichten. Die Reiter führen ein Kreuz, Fahnen und eine Skulptur des Auferstandenen mit. Es wird gebetet. Nicht nur die Kirchen, sondern auch die Friedhöfe werden umritten, um auch den Verstorbenen die Botschaft von der Auferstehung zu bringen.

Osterspaziergang

Die Frühlingszeit lädt zu einem Spaziergang ein. Ohne eine direkte Beziehung zur Auferstehung wird in Goethe's Faust der Spaziergang am Ostermontag beschrieben. Da am Ostermontag das Evangelium von den Emmausjüngern gelesen wird, ist der Osterspaziergang wie vieles andere Brauchtum, direkt aus den biblischen Lesungen abgeleitet. Jesus gesellt sich zwei Jüngern zu, die resigniert von Jerusalem weggehen, weil ihre Hoffnungen auf ein messianisches Reich durch den Tod Jesu enttäuscht wurden. Sie halten ihn für einen Wanderer. Jesus erklärt ihnen aus Texten des Alten Testaments: „Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?“ (Lk 24,26). Sie erkennen ihn beim gemeinsamen Mahl am Brotbrechen. Hier hat der Spaziergang am Ostermontag seinen Ursprung.

Osterwasser

Dem Osterwasser wird eine besonders heilende und glückbringende Wirkung nachgesagt. Es gilt als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Selbst dem Ostertau kommt eine besondere Bedeutung zu. Früher haben sich die Frauen in fließendem Osterwasser gewaschen. Das Wasser wurde schon früh am Ostersonntag von der Quelle geholt, weil dieses Osterwasser die Fruchtbarkeit förderte, wenn es schweigend nach Hause gebracht wurde. Da Wasser ein wertvolles Gut war, wurden oft die Quellen und Brunnen mit Blumen und anderen Dekorationen geschmückt .

Elisabeth Simon

 

Hätten Sie´s gewusst ?

Das Kreuz ist für uns Christen das Zeichen unseres Glaubens schlechthin. Es ist ein Bekenntnis zum Heilshandeln Gottes an uns. Im Kreuz ist Heil, Hoffnung und Leben. Durch das Kreuz sind wir erlöst und befreit vom ewigen Tod. Das feiern wir im „Triduum“ (Gründonnerstag, Karfreitag, Osternacht) der Karwoche.

Wenn wir uns bekreuzigen, stellen wir unseren ganzen Leib unter den Schutz und Segen des Kreuzes. Es ist weiterhin ein Tauferinnerungszeichen, das verstärkt wird durch das Weihwasser, das wir beim Betreten einer Kirche – oder im Alltag verwenden. Wir erinnern uns: Ich bin getauft im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Ich bin in der Taufe hineingetaucht in das Geheimnis des Kreuzes und gehöre zu Christus, der den Tod besiegt hat. Im Zeichen des Kreuzes tritt Gott und der Mensch in eine Beziehung.

Im Verlauf der Feier der Eucharistie bezeichnen wir uns öfter mit dem Kreuzzeichen. Zunächst zu Beginn der Feier, um uns bewusst zu machen, in wessen Geist und Namen wir diese Feier begehen. Dann folgt eine etwas andere Form der „Bekreuzigung“, nämlich vor dem Evangelium: Wir machen je ein kleines Kreuzzeichen mit dem Daumen der rechten Hand auf unsere Stirn, unseren Mund und auf unsere Brust (Herz). Damit wollen wir zum Ausdruck bringen, dass wir Gottes Wort im Evangelium mit all unseren Gedanken (Kopf) und unserem Herzen (Brust) aufnehmen wollen. Das Kreuz auf den Mund will sagen: ich schweige, damit ich hören kann, um später das Gehörte zu verkünden. Bei der Verkündigung und dem Hören des Evangeliums (dem Höhepunkt des Wortgottesdienstes) wird der ganze Mensch angesprochen: Was der Geist des Menschen aufnimmt von Gottes Wort, das sollen die Lippen bekennen und verkünden und es sollte im Inneren des Menschen (Herz) auch beherzigt werden.

Bei der Wandlung, wenn der Priester die Gaben, das Brot und dann den Wein empor hebt, bezeichnen wir uns wieder mit einem Kreuzzeichen. Wir bringen so zum Ausdruck, dass wir uns bewusst sind, mit hineingenommen zu sein in den Tod und die Auferstehung Jesu. Schließlich folgt der Segen, am Ende der Eucharistiefeier und ein erneutes sich Bekreuzigen. Wir machen uns bewusst, dass wir gesendet sind, durch Christi Kraft und Beistand als Christen zu leben und den Glauben in unserem Alltag zu bezeugen.

Das sich Bekreuzigen ist eigentlich eine Art “Beten mit der Hand“. Die Antwort und Reaktion unseres Körpers auf die Begegnung mit Gott, der uns trägt und führt. So sagt der Apostel Paulus: „Ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib“ (Gal 6,17). Darauf können auch wir stolz sein und brauchen uns nicht zu verstecken.

Pfr. Thomas Buchert

 

Erstkommunion am 8. Mai 2011

Am ersten Advent begann die Vorbereitung auf die Heilige Erstkommunion, die dieses Jahr am 8. Mai 2011 gefeiert wird. 12 Kinder treffen sich wöchentlich in zwei Gruppen, um sich auf das Sakrament des Altares vorzubereiten:

Maximilian Frey

Luisa Kuhn

Tim Straßer

Eileen Vilgis

Maren Zimmermann

Jennifer Fahrnbach

Joshua Hoffmann

Joshua Leifheit

Marwin-Tim Pendzialek

Lukas Rau

Manuel Sebastian

Vivien Süß

Stille Wegbegleiter in der Vorbereitungszeit waren die Gebetspaten, die jeweils ein Kommunionkind in ihr Gebet eingeschlossen haben. Einige haben sich den Kindern zu erkennen gegeben, andere haben sich entschieden, unerkannt zu beten. Allen für diesen wichtigen Dienst in der Gemeinde Dankeschön.

Ein besonderes Dankeschön geht an alle, die die Kommunionvorbereitung begleitet und unterstützt haben, allen voran Julia Hofmann, Anja Kuhn und Julian Kuhn.

Manfred Heitz

Das lebendige Labyrinth in Helfta
ein Projekt der Kath. Frauengemeinschaft Deutschland - kfd

Ein Labyrinth? Ist das nicht ein Irrgarten mit verschlungenen Pfaden, in dem man sich heillos verirren kann, ohne je ans Ziel zu kommen?

Nein! Das Besondere an einem echten Labyrinth ist, dass man beim Betreten über viele Windungen und Kehren zielsicher zur Mitte geführt wird und auch wieder, mit neuen Erkenntnissen, heraus.

Teilansicht der Klosteranlage

Einige Frauen aus unserer Gemeinschaft in Otterstadt hatten die Möglichkeit, auf Initiative des Diözesanverbandes Speyer, dieses Labyrinth im Kloster Helfta bei Eisleben zu besuchen.

Das Kloster war einst Zentrum der deutschen Frauenmystik und Wirkungsstätte der großen heiligen Frauen Mechthild von Magdeburg (1207-1294), Mechthild von Hackeborn (1241-1299) und Gertrud von Helfta (1256-1302). Nach der Wiedervereinigung 1998 begann der Wiederaufbau und innerhalb kürzester Zeit entstand aus den zerfallenen Ruinen das neue Kloster. Auf dem Klostergelände wurde auf Initiative der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) ein lebendiges Labyrinth angelegt.

Das Labyrinth in Helfta besteht aus heimischen Heilkräutern und Weidengeflechten.

Es ist ein Ort der Begegnung, an dem sich Menschen begegnen, verweilen, tanzen und meditieren, musizieren und die Schöpfung genießen.

Es ist ein Ort, dessen Mitte – eine begehbare Weidefigur – an das göttliche Erbarmen erinnert, dem Schoß Gottes, der dem Leben Raum gibt.

Arbeit im Labyrinth mit Blick auf die begehbare Weidefigur

Bei unserm Aufenthalt dort hatten wir das Glück im Rahmen eines „ora et labora Tages“, in diesem Labyrinth zu arbeiten.

Dies erschloss uns die Möglichkeit, in den tieferen Sinn eines Labyrinths einzutauchen.

Unser „ora et labora Tag“ begann um 5:30 Uhr mit der Laudes (Morgenlob), danach besuchten wir um 7:30 Uhr die Terz mit anschließender Eucharistiefeier. Nach dem Frühstück verbrachten wir die Zeit im Labyrinth mit Hecken schneiden und Unkraut jäten bis um 11:45 Uhr zur Sext und um 14:00 Uhr zur Non. Dazwischen gab es ein kleines Mittagessen. Nach der Non wurde weiter gearbeitet bis zur Vesper (Abendlob) um 17:00 Uhr. Mit der Komplet und dem Nachtsegen der Äbtissin war unser „ora et labora Tag“ beendet.

An diesem Tag ließen wir uns ein auf den wechselnden Rhythmus von Beten und Arbeiten, die Arbeit beim Glockenschlag zu unterbrechen, um dabei das Loslassen zu üben und die Gebetszeiten als Atemholen der Seele und des Körpers zu erleben.

Durch diese Erfahrungen spürten wir die Befreiung, eine Arbeit zu unterbrechen, eine vertiefte Beziehung zur Schöpfung zu finden oder den Impuls, dann und wann Dinge bewusster und langsamer anzugehen.

Für uns alle waren die Tage im Kloster Helfta, besonders der „Ora et labora – Tag“, eine Bereicherung in unserm Alltag.

Maria Schlick

Gebetsanliegen des HL. Vaters Mai - August 2011

Mai

Allgemeine Gebetsmeinung: Dass alle Medienschaffenden stets Wahrheit, Solidarität und die Würde jedes Menschen respektieren.

Missionsgebetsmeinung: Dass der Herr der Kirche in China Ausdauer bei der Treue zum Evangelium und beim Wachstum in der Einheit schenkt

Juni

Allgemeine Gebetsmeinung: Dass die Priester, vereint mit dem Herzen Christi, stets wahre Zeugen der fürsorgenden und barmherzigen Liebe Gottes sind.

Missionsgebetsmeinung: Dass der Heilige Geist in unseren Gemeinden viele Menschen zur Mission beruft, die bereit sind sich ganz der Verbreitung des Reiches Gottes zu weihen.

Juli

Allgemeine Gebetsmeinung: Dass Christen dazu beitragen, vor allem in den ärmsten Ländern das materielle und geistige Leiden der Aidskranken zu lindern.

Missionsgebetsmeinung: Für die Ordensschwestern, die in den Missionsländern tätig sind, dass sie Zeugen der Freude des Evangeliums und lebendiges Zeichen der Liebe Christi sind.

August

Allgemeine Gebetsmeinung: Dass der Weltjugendtag in Madrid die Jugendlichen aus aller Welt dazu anregt, ihr Leben in Christus zu verwurzeln und zu gründen.

Missionsgebetsmeinung: Dass Christen des Westens für das Wirken des Heiligen Geistes gefügig sind und die Frische und die Begeisterung ihres Glaubens wieder finden.

 

Gemeindepastoral 2015

Die Entscheidung ist gefallen! Die neue Großpfarrei, zu der wir in Zukunft gehören werden, umfasst die bisherigen Gemeinden Altrip, Limburgerhof, Neuhofen, Otterstadt und Waldsee. Die neue Pfarrei wird, nach heutigem Stand, dann etwa 11 800 Katholiken haben.

Beschlossen wurde dies bei einem Treffen der Pfarrer und Pastoralreferenten, Vertretern der Pfarrgemeinde - und Verwaltungsräte der künftigen Pfarreien „Mutterstadt“ und „Waldsee“ am 15. Februar in Limburgerhof. Geleitet wurde das Treffen von Mitarbeitern des bischöflichen Ordinariats.

Der Pfarrei „Mutterstadt“ werden die bisherigen Gemeinden Dannstadt - Schauernheim, Hochdorf, Mutterstadt und Rödersheim angehören.

In beiden Fällen konnte keine Einigkeit über den Pfarreisitz erzielt werden. Dannstadt - Schauernheim und Mutterstadt auf der einen Seite und Limburgerhof und Waldsee auf der anderen Seite beanspruchen den Pfarreisitz jeweils für sich. Die Entscheidung wird durch Herrn Bischof Wiesemann getroffen werden.

Die Umsetzung des Pastoralplans - u.a. die Umwandlung von 123 Pfarreiengemeinschaften in 70 Großpfarreien - führt auch zu gewaltigen personellen Veränderungen in der gesamten Diözese. Auch wir sind von diesen Änderungen betroffen. Unser Bischof hat unseren bisherigen Pfarrer Thomas Buchert zum 1. September nach Bellheim versetzt. Er wird dort die neue Großpfarrei, bestehend aus Bellheim, Ottersheim, Knittelsheim, Zeiskam und Lustadt mit der Filiale Weingarten, leiten.

Die Arbeit von Pfarrer Buchert wird in den einzelnen Gemeinden sicher noch ausführlich gewürdigt werden, es sei ihm aber schon an dieser Stelle recht herzlich für seine engagierte Tätigkeit in unserer Pfareiengemeinschaft und speziell hier in Otterstadt gedankt.

Wie geht es aber nun bei uns weiter ?

Auf dem Gebiet der neuen Pfarrei lebt und arbeitet z.Z. noch Pfarrer Effler in Neuhofen und als Kaplan der Spiritanerpater Samuel in Limburgerhof.

Es ist bei den bisherigen Neubesetzungen von Pfarrstellen erkennbar, dass das Ordinariat bemüht ist, die neuen Großpfarreien mit neuen Priestern, also mit Priestern, die bisher in keiner der Gemeinden der neuen Pfarrei tätig waren zu besetzen. Offensichtlich soll sich keine Gemeinde benachteiligt fühlen, alle sollen gleiche Startchancen haben.

Nach diesen Überlegungen ist davon auszugehen, dass auch Pfarrer Effler und Pater Samuel neue Aufgaben übertragen bekommen.

Ich gehe davon aus, dass unsere neue Pfarrei ausgeschrieben wird und wir können nur hoffen und beten, dass Bischof Wiesemann bald einen neuen Pfarrer in unsere Gemeinden schickt.

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Vor diesem Hintergrund sind auch die bevorstehenden Pfarrgemeinde - und Verwaltungsratswahlen im November zu sehen.

Die Wahlen werden nach der bisher geltenden Wahlordnung durchgeführt. Das Ordinariat empfiehlt zwar die Wahl eines gemeinsamen Pfarrgemeinderates für die Pfarreiengemeinschaft (Altrip, Otterstadt, Waldsee), aber nach o. g. Wahlordnung entscheiden die jeweiligen Pfarrgemeinderäte ob einzeln oder gemeinsam gewählt wird. Wird einzeln gewählt, ist ein gemeinsamer Hauptausschuss zu bilden (so wie es z.Z. Praxis ist).

Der Verwaltungsrat ist für jede Gemeinde einzeln zu wählen.

Die nächsten Wahlen (2015) werden dann nach einer neuen Wahlordnung für die Großpfarrei durchgeführt. Auch wenn die genaue Aufgabenabgrenzung noch nicht endgültig festliegt, wird es dann einen Pfarreirat und für die Arbeit vor Ort Gemeindeausschüsse geben.

Für die jetzt anstehenden Wahlen kann es nur heißen:

Gerade wegen der tiefgreifenden Umstrukturierung brauchen wir starke Räte .

Stellen Sie sich als Kandidat zur Verfügung

Sagen Sie nicht nein, wenn Sie angesprochen werden

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei:

Elisabeth Simon, Tel: 3 52 47 oder

Klaus Feichtner, Tel: 3 48 46

Es ist spannend die Umstrukturierung ein wenig mitzugestalten.

Klaus Feichtner


Liebe Pfarrangehörige,

auf folgenden Termin möchte ich schon jetzt hinweisen. Am 5. bis 6. November 2011 werden in diesem Jahr wieder die Pfarrgemeinderäte und Verwaltungsräte neu gewählt.

Die Wahlen stehen unter dem Motto:

„Hier und jetzt für morgen.“

Es braucht engagierte Menschen, die aus der Glaubenszuversicht bereit sind, die Zukunft mitzugestalten. Hierzu ein Liedtext mit dem Titel

„Steh auf“
Steh auf!
Steh auf für den PGR,
mach' mit, denn wir wollen dich.
Bei uns ist es ganz verrückt,
du gibst und bekommst zurück.

Steh auf, komm und bring dich ein,
du wirst nicht alleine sein.
Bei uns wird zwar viel geschafft,
doch auch immer gern gelacht!

Steh auf, bring Ideen mit,
mach so die Gemeinde fit.
Auch Wünsche haben ihren Raum,
drum leb mit uns deinen Traum.

Steh auf, wenn du Jesus liebst,
für IHN deine Zeit hergibst.
Lebendig kann Glaube sein,
denn GOTT lässt uns nie allein.

STEH AUF!

Dieses Lied ist bei der Fortbildungsveranstaltung für PGR-Vorsitzende am 7.11.2009 in Speyer entstanden.

Elisabeth Simon 

Herr,
wie gut wäre es,
könnte ich eines Tages
mit schmutzigen Händen
vor dir stehen.

Du würdest sagen:
„Es war gut.
Du hast dich eingemischt.
Du hast angepackt.
Du hast auch Fehler gemacht,
hast verletzt, hast verdorben.
Aber du hast deine Hände
nicht im Schoß versteckt.
Du gibst sie mir
gebraucht
zurück."

Bernhard Meuser
Erschienen in: Das große Buch der Gebete, Pattloch

Kirchenrenovierung

Die Zeit des Exils geht zu Ende, bald können wir wieder in unserer Pfarrkirche Gottesdienst feiern.

Die Ausmalung des Mittelschiffs unserer Kirche ist weitgehend abgeschlossen, das Gerüst abgebaut. Im Chor wird noch gearbeitet. Wenn man sich über letzte Unklarheiten bei der Gestaltung der Chorsäulen einig wird, kann auch dort das Gerüst verschwunden sein, wenn Sie das KONTAKTY in Händen haben.

Auch der Vorraum sollte dann wieder frei sein. Lange haben die Restauratoren und der Leiter des Bauamtes, Herr Hartmann, nach einer gestalterischen Lösung für diesen Raum gesucht. Man hat sich auf das Ausmalen des Gewölbes mit Rosenranken, in der Mitte ein Mariensymbol, geeinigt. Diese „Rosenlaube“ ist ein schönes Bindeglied zwischen Kirchengarten (Bibelgarten) und Kirche und weist, zusammen mit dem Marienmedaillon über dem Eingang, auf das Patrozinium unserer Kircher hin.

Neben der Ausmalung waren und sind noch eine Reihe von Arbeiten nötig bis die Kirche wieder in Dienst gestellt werden kann.

In der Sakristei wurde ein neuer Elektroschrank eingebaut, die Verkabelungsarbeiten sind im Gang. Im Anschluss daran sind in der Sakristei Fliesen zu verlegen und es müssen die Schränke aufgebaut werden.

Die Heizung wurde überarbeitet, in Zukunft werden auch die letzten Bänke warm werden. Die Heizungsrohre wurden neu gestrichen. Zur Zeit wird der Boden abgeschliffen und frisch versiegelt. Diese Arbeit muss bis zum 08.April beendet sein, denn dann werden die Kirchenbänke wieder aufgestellt. Die Bänke wurden alle überarbeitet, schadhafte Holzteile ausgetauscht. Die Sitzbänke sind neu bezogen und müssen wieder aufgeschraubt werden.

In dieser Zeit kann auch das Auspacken und Reinigen der Orgel erfolgen.

Das große Reinemachen steht auch im übrigen Kirchenraum an. Solange das Gerüst noch steht, wird der Hochaltars geputzt, danach die Kanzel und die Seitenaltäre, die bald wieder aufgestellt werden.

Die Heiligenfiguren, die Altarfiguren und die Kreuzwegstationen sind gereinigt.

Wenn dann das Gerüst endlich abgebaut ist, muss eine gründliche Säuberung des Fußbodens erfolgen.

Sie sehen, noch eine Menge Arbeit liegt vor uns. Aber dennoch sind wir zuversichtlich, dass unser großer Wunsch in Erfüllung geht

- Ostern in der renovierten Kirche -
zu feiern.

Bei aller Freude über die gelungene Restaurierung, dürfen aber die Kosten nicht außer acht gelassen werden. Eine genaue Abrechnung kann im Moment natürlich noch nicht vorgelegt werden. Es ist aber mit einer deutlichen Kostensteigerung gegenüber dem Plan zu rechnen. Wir hoffen im nächsten KONTAKTY Näheres, auch über die Höhe der Zuschüsse mitteilen zu können.

Wie hoch die Zuschüsse auch immer sind, eine stattliche Summe muss von uns geschultert werden. Es ist erfreulich und bemerkenswert, dass die am Patronatsfest gestartete Patenschaftsaktion beim Weihnachtsmarkt noch einmal € 1250,- eingebracht hat. Es können immer noch Patenschaften gezeichnet werden, vor allem Teilbereiche der Ausmalung sind noch zu haben.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Klaus Feichtner, Tel: 34846.
Ich bin sicher, dass wir weiterhin mit Ihrer Großherzigkeit rechnen können.

Klaus Feichtner

Adveniat und Sternsinger

Ihre Großherzigkeit haben Sie auch bei den oben genannten Aktionen bewiesen. Die Mitchristen in Lateinamerika dürfen sich über € 2748,- freuen, die Sie für ADVENIAT gespendet haben.

„Kinder zeigen Stärke“, das war das Motto der Sternsingeraktion 2011. Behinderte Kinder in Kambodscha zu unterstützen hat sich das Kindermissionswerk für dieses Jahr vorgenommen. Die zurückgebliebenen Minen der vergangenen Kriege sind in den meisten Fällen die Ursache der Behinderung.

An zwei Tagen waren die Sternsinger in Otterstadt unterwegs, um diese Aktion zu unterstützen. Sie haben ihr

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an die Türen geschrieben, damit die Häuser gesegnet und dabei die stolze Summe von € 5420,- gesammelt.
Allen Spendern ein herzliches „Vergelt‘s Gott.“

Klaus Feichtner

Für unsere kleinen Leser

Osterrätsel

Kinder

Die wichtigsten Gottesdienste in nächster Zeit:


18.30 Uhr

16.04.2011
Vorabendmesse zum Palmsonntag mit Segnung der Palmzweige
Palmsonntag :
18.00 Uhr
17.04.2011
Bußandacht
Gründonnerstag:
19:00 Uhr

21.04.2011
Abendmahlgottesdienst für die Pfarreiengemeinschaft in Otterstadt –
anschließend Betstunde von der kfd gestaltet

Karfreitag
10.00 Uhr

15.00 Uhr

22.04.2011
Kinderkreuzweg für die Pfarreiengemeinschaft in Waldsee

Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu für die Pfarreiengemeinschaft in Waldsee

Karsamstag
Vormittags


21:00 Uhr

 

23.04.2011
Ostergabensammlung der Messdiener

Osternachtfeier voraussichtlich in unserer neu renovierten Kirche
Beginn mit Osterfeuer auf dem Kirchenvorplatz
Nach der Osternachtfeier Agape im Pfarrheim

Ostersonntag
10:30 Uhr

24.04.2011
Hochamt – es singt der Kirchenchor

Ostermontag
9:00 Uhr
25.04.2011
Hochamt

Fest der Barmherzigkeit
Gottes

01.05.2011
Seligsprechung von Papst Johannes Paul II in Rom.
Er hat den 1. Sonntag nach Ostern zu obigem Fest erklärt.

Erstkommunionfeier in
Otterstadt und
Großes Gebet

10:15 Uhr

14.30 Uhr

17.00 Uhr

 

08.05.2011

Abholung der Erstkommunionkinder und der Jubilare am kath. Pfarrheim – anschließend feierlicher Gottesdienst.

Eröffnung der Betstunden mit den Kindern, danach Betstunden nach Wohnviertel

Feierliche Schlussandacht, es singt der Kirchenchor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausblick bis Sommer 2011

Vorabend zu Christi Himmelfahrt

18:30 Uhr

 

01.06.2011

Bittprozession (zur) und Vorabendmesse für die Pfar reiengemeinschaft an der Kapelle „Vierzehn Nothelfer".
Bei Schlechtwetter Vorabendmesse um 19.00 Uhr in der Pfarrkirche Otterstadt für alle 3 Pfarreien

Pfingsten
18.30 Uhr
Sa. 11.06.2011
Vorabendmesse mit unseren Pfadfindern
Pfingstmontag
10.30 Uhr
18.30 Uhr
13.06.2011
Hochamt
Vesper

Fronleichnam
8.30 Uhr

 

23.06.2011
Gottesdienst anschließend Prozession wie gewohnt.
Danach herzliche Einladung zur Reunion in die Sommerfesthalle
(organisiert vom kath. Kirchenchor)

 

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Misereor

Das Leitwort MISEREOR-Fastenaktion lautet "Menschenwürdig leben. Überall!". Damit will das weltweit größte kirchliche Entwicklungshilfswerk auf die katastrophalen Lebensbedingungen der Bewohner von Armenvierteln in den großstädtischen Ballungsgebieten hinweisen:

Unsere Konten für Ihre Misereorspende:

Raiffeisenbank Kto. 320 4316 BLZ 547 61411 oder

Kreis- u. Stadtsparkasse Kto. 120 022 BLZ 547 50010

Überweisungen können Sie richten an: Kath. Kirchenstiftung, Otterstadt

Verwendungszweck: „MISEREOR"

Spendenquittungen werden zugestellt, wenn Geld überwiesen wurde oder Name u. Anschrift auf der Opfertüte vermerkt sind.

Gertrude André

Gottes

Barmherzigkeit ist unendlich

Das lehrt uns Schwester

Maria Faustyna Kowalska

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Am 1. Sonntag nach Ostern („Weißer Sonntag") feiert die Kirche das „Fest der Barmherzigkeit Gottes".

Schwester Faustyna ist die Botin der göttlichen Barmherzigkeit, einer Botschaft, die bis heute das Schicksal tausender Menschen wendet.

Schwester Faustyna ist am 25. Aug. 1905 nahe der polnischen Stadt Lodz geboren. Zwei Tage später wird sie auf den Namen Helena getauft. Als drittes von zehn Kindern wächst sie in einer armen Bauernfamilie auf. Sie zeichnete sich durch Frömmigkeit, Arbeitsamkeit, Gehorsam und einer großen Feinfühligkeit auf menschliche Nöte aus. Die Stimme der Berufung verspürte sie schon vom 7. Lebensjahr an. Den Gedanken in ein Kloster einzutreten, offenbarte sie ihren Eltern mit 15 Jahren. Diese stimmten einem Klostereintritt nicht zu. Sie versucht den spürbaren Ruf Gottes zu unterdrücken. Mit 16 Jahren verlässt Helena ihr Elternhaus, um als Dienstmädchen in der Stadt den eigenen Unterhalt zu bestreiten und die Eltern zu unterstützen. Wie sie schreibt, gibt sie sich den „Eitelkeiten des Lebens" hin. Doch das misslingt.

Eines Abends ist sie mit ihrer Schwester zum Tanzen auf einem Ball. Da sieht sie den „gemarterten Jesus" der sie vorwurfsvoll fragt: „Wie lange soll ich dich ertragen und wie lange wirst du mich hinhalten?" Sie verlässt den Ballsaal und geht in die nächstgelegene Kirche. Da hört sie eine innere Stimme, die sie auffordert: "Geh sofort nach Warschau; dort wirst du ins Kloster eintreten!" Sie will Jesus nicht mehr enttäuschen. Sie teilt ihrer Schwester ihre Absicht mit, bittet sie, den Eltern Lebewohl zu sagen und reist - ohne etwas mitzunehmen - nach Warschau. Hier will sie kein Kloster aufnehmen. Sie ist schon völlig verzweifelt, als sie schließlich im Juni 1925 bei der „Kongregation der Muttergottes von der Barmherzigkeit" um Einlass bittet.

Die Oberin schickt sie in die Klosterkapelle mit den Worten: „Fragen Sie den Hausherrn, ob er sie aufnehmen möchte". Helena begibt sich in die Kapelle und vernimmt die Worte: „Ich nehme dich auf du bist in meinem Herzen." Als sie dies der Oberin berichtet, wird sie aufgenommen. Am 1. August 1925 überschreitet sie die Schwelle der Klausur. Endlich ist sie am Ziel.

Sie erhält den Ordensnamen Maria Faustyna und legt 1933 die ewigen Gelübde ab. Sie muss mehrmals die Ordensniederlassungen wechseln und wird zu verschiedenen Arbeiten eingesetzt. Doch schon wenige Monate nach ihrem Eintritt ins Kloster erkrankt sie an Tuberkulose. Mit 33 Jahren stirbt sie am 5. Oktober 1938 im Kloster in Krakau. Das innere Leben von Schwester Faustyna, ihre Begegnungen mit Jesus, ihre Mission zur weltweiten Verehrung der göttlichen Barmherzigkeit, erfahren ihre Mitschwestern erst als ihre Tagebuch-Aufzeichnungen bekannt werden. Zu Faustynas Lebzeiten wissen nur ihre Beichtväter und Vorgesetzten von ihrem verborgenen mystischen Leben.

 

Das Bild des Barmherzigen Jesus

 

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22. Februar 1931: Schwester Faustyna betet abends in ihrer Zelle, als sie plötzlich Jesus erblickt. Er trägt ein weißes Gewand, eine Hand ist zum Segnen erhoben, die andere berührt eine Öffnung seines Gewandes an der Brust. Von dort gehen zwei große Strahlen aus, ein roter und ein heller. Schwester Faustyna hört Jesus sagen: „Male ein Bild nach dem, was du siehst, mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich. Ich wünsche, dass dieses Bild verehrt wird." Später sagt Jesus „... Ich wünsche, dass das Bild am ersten Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird und dass die Priester meine große Barmherzigkeit den sündigen Seelen verkünden. Der Sünder soll keine Angst haben, sich mir zu nähern. Ich will die Strahlen der Barmherzigkeit auf die Seelen der Menschen ausgießen."

Schwester Faustyna versucht Jesus, so wie sie ihn sah, zu malen. Doch sie schafft es nicht. Erst Jahre später – im Kloster Wilno - beauftragt ihr dortiger Beichtvater den Künstler Eugenius Kazimirowski, das Bild nach Angaben der Schwester zu malen. Über das Ergebnis ist sie enttäuscht. Dieses erste Bild steht heute in der Heilig-Geist-Kirche in Wilno und ist wenig bekannt. Populär geworden ist jedoch eine zweite Darstellung des Barmherzigen Jesus, die sich im Kloster in Krakau befindet. Es stammt von Adolf Hyla, einem Maler, der es als Dank für die Verschonung seiner Familie vor den Wirren des Krieges malte.

Heute nimmt dieses Bild eine Schlüsselstellung in der Andacht zur Barmherzigkeit Gottes ein: Es erinnert an das unbegrenzte Vertrauen, das wir gegenüber Gottes Liebe und Barmherzigkeit hegen sollen, und auch an unsre christliche Pflicht, selbst barmherzig zu sein.

Der Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes

Als großes Gnadenmittel, vor allem für Sterbende, lehrt Jesus Schwester Faustyna im Sept. 1935 den „Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes". Insgesamt sprach Jesus 14 Mal darüber, erklärte das Ziel und die mit dem Gebet zusammenhängenden Verheißungen. Jesus sagt zu Schwester Faustyna: „Mir gefällt es, ihnen durch dieses Gebet alles zu schenken, worum sie mich bitten, wenn das ... mit meinem Willen übereinstimmt."

Stunde der Barmherzigkeit

Im Okt. 1937, erscheint der Heiland erneut Schwester Faustyna und bittet sie, besonders seine Sterbestunde zu verehren. „Jedes Mal um drei Uhr nachmittags versenke dich ganz in meine Barmherzigkeit, verehre und preise sie. Rufe ihre Allmacht herab für die ganze Welt, besonders aber für die armen Sünder, denn jetzt steht sie für jede Seele weit geöffnet. In dieser Stunde kannst du alles für dich selbst und andere erbitten."

Die Verbreitung der Botschaft

Jesus trägt Schwester Faustyna auf, die Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit bekannt zu machen. Dies tut sie mit der Niederschrift ihres Tagebuches. Doch auch alle anderen Gläubigen sollen mitwirken: „Alle Seelen die meine Barmherzigkeit rühmen und andere Seelen ermuntern, meiner Barmherzigkeit zu vertrauen, erfahren in ihrer Todesstunde kein Entsetzen. Meine Barmherzigkeit wird sie in diesem letzten Kampf beschützen".

Der Barmherzigkeits-Sonntag und die Heiligsprechung Schwester Faustynas

Am „ Weißen Sonntag", dem 30. April 2000, wird Schwester Faustyna, die Botschafterin der göttlichen Barmherzigkeit, von Papst Johannes Paul II. in Rom, heilig gesprochen. Mit der Heiligsprechung erklärt er an diesem Sonntag auch, dass von nun an jeder „Weiße Sonntag" für die gesamte Kirche als „Fest der Barmherzigkeit Gottes" gefeiert werden soll. Diesen „Barmherzigkeitssonntag" hat Jesus wiederholt bei seinen Begegnungen mit Schwester Faustyna erbeten: „Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird, besonders für die armen Sünder. An diesem Tag ist das Innere meiner Barmherzigkeit geöffnet; Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle meiner Barmherzigkeit nähern. Jene Seele, die beichtet und die heilige Kommunion empfängt, erhält vollkommenen Nachlass der Schuld und der Strafen; an diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch die Gnaden fließen. Keine Seele soll Angst haben, sich mir zu nähern, auch wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären. .... Ich wünsche, dass das Fest am ersten Sonntag nach Ostern feierlich begangen wird. Die Menschheit wird keinen Frieden finden, solange sie sich nicht zur Quelle meiner Barmherzigkeit wendet."

Als Vorbereitung für dieses Gnadenfest bittet Jesus die Menschen, die Novene zur Barmherzigkeit Gottes zu beten, beginnend am Karfreitag. (Wer diese Novene beten möchte, kann sie voraussichtlich ab Palmsonntag zu den Gottesdienstzeiten mitnehmen).

Dass Papst Johannes Paul II. ausgerechnet am Vorabend des Weißen Sonntags (2005), in die Ewigkeit gerufen wird, sehen viele als Zeichen, wie sehr Gott die Förderung der göttlichen Botschaft durch diesen Papst gefallen hat. Auch Benedikt XVI. würdigt dieses Wirken seines Vorgängers, wenn er ihn am 1. Mai 2011, einem „Barmherzigkeitssonntag", selig spricht.

Einfach nur vertrauen

„Jesus, ich vertraue auf Dich!" ist der Kernsatz der Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes. Er soll den Menschen begleiten, ihm zum täglichen Stoßgebet werden. Jesus sagt: „Aus meiner Barmherzigkeit schöpft man Gnaden mit nur einem Gefäß, und das ist das Vertrauen. Je mehr eine Seele vertraut, umso mehr bekommt sie."

Der Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit

Am Anfang:

Vater unser ... Gegrüßet seist Du Maria.... Ich glaube an Gott...

An den großen Perlen (des gewöhnlichen Rosenkranzes):

Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines über alles geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, um Verzeihung zu erlangen für unsere Sünden und für die Sünden der ganzen Welt.

An den kleinen Perlen (10 mal):

Durch Sein schmerzhaftes Leiden habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

Am Ende (3mal):

Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott, habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.
Gertrude André

Quellennachweis:
Tagebuch der Schwester Maria Faustyna Kowalska und
„Fatima ruft.“, Zeitschrift der FATIMA - AKTION e.V.. 88353 Kisslegg

 

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